Die Loreley

von Heinrich Heine

Ich weiss nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin. Ein Märchen aus uralten Zeiten das kommt mir nicht aus dem Sinn. Die Luft ist kühl und es dunkelt, und ruhig fliesst der Rhein; der Gipfel des Berges funkelt im Abendsonnenschein.

Die Loreley

Die schönste Jungfrau sitzet dort oben wunderbar, ihr gold’nes Geschmeide blitzet, sie kämmt es mit goldenem Kamme und singt ein Lied dabei, das hat eine wundersame, gewaltige Melodei.

Dem Schiffer im kleinen Schiffe ergreift es mit wildem Weh; er schaut nicht die Felsenriffe, er schaut nur hinauf in die Höh’. Ich glaube, die Wellen verschlingen am Ende noch Schiffer und Kahn; und das hat mit ihrem Singen die Loreley getan.

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(c) Copyright 2012 Wilfried Kopper, Himmighofen / Germany.  Alle Bilder und Texte unterliegen dem Urheberrecht des Autors. All pictures and texts are subject to the copyright © of the author.

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